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Ein Handelsbildschirm mit Preisleitern für Ereignisausgänge in einem Londoner Büro.

Branche · 3 Min.

IG Group beantragt UK-Glücksspiellizenz für Prognosemärkte

Ein Handelsbildschirm mit Preisleitern für Ereignisausgänge in einem Londoner Büro. · Bonusjungle illustration

Die IG Group, Handelsplattform aus dem FTSE 100, will im vierten Quartal 2026 Prognosemärkte auf Finanzereignisse für professionelle Kunden in Großbritannien starten und hat eine Lizenz der Gambling Commission beantragt, um Anfang 2027 Märkte zu Politik, Unterhaltung und Sport anzubieten. Die Lizenz ist beantragt, nicht erteilt.

Die IG Group will in Großbritannien Prognosemärkte anbieten und hat dafür bei der Gambling Commission eine Wettlizenz beantragt. Der Handelskonzern aus dem FTSE 100 stellte den Plan auf seinem Kapitalmarkttag (Capital Markets Event) am 22. Oktober 2026 vor. Prognosemärkte auf Finanzereignisse starten laut der Börsenmitteilung im vierten Quartal 2026 für professionelle Kunden in Großbritannien. Die Verbrauchersparte habe „zudem eine britische Glücksspiellizenz beantragt und will ihr Angebot Anfang 2027 um Märkte zu Politik, Unterhaltung und Sport erweitern“ (unsere Übersetzung).

Über den Antrag ist noch nicht entschieden. Im öffentlichen Register der Gambling Commission führt IG View Limited (Kontonummer 102436, London) eine einzige Tätigkeit: "General Betting Standard - Real Event Remote - Application or variation in progress", Status Pending, ohne Startdatum. Solange sich das nicht ändert, hat IG keine britische Lizenz für Wetten auf Sport oder Politik.

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Warum der Start in zwei Schritten kommt

Auf einem Prognosemarkt kaufen und verkaufen Kunden Kontrakte darauf, ob ein Ereignis eintritt; die Preise bewegen sich mit der Einschätzung der Teilnehmer. In Großbritannien sind je nach Ereignis zwei Aufsichten zuständig. Wie Finance Magnates erklärt, behandelt die Finanzaufsicht FCA Kontrakte auf Finanzergebnisse als binäre Optionen, die sie für Privatanleger seit 2019 verboten hat. Deshalb ist der erste Start auf professionelle Kunden beschränkt. Kontrakte auf Sport, Politik oder Unterhaltung sind Wetten und brauchen eine Lizenz der Gambling Commission. Finance Magnates weist zudem darauf hin, dass die Commission im Februar erklärte, Prognosemärkte fielen offenbar unter Lizenzen für Wettvermittler, wie sie Börsen wie Betfair, Smarkets und Matchbook halten. IG hat stattdessen eine allgemeine Wettlizenz beantragt, wie sie laut Finance Magnates Spreadex und Sporting Index besitzen.

Laut SBC News reichte IG den Antrag etwa eine Woche vor der Veranstaltung ein und plant im kommenden Monat eine Werbekampagne in Großbritannien, unter anderem auf Sky Sports.

Teil einer größeren Wette auf „Unterhaltung“

„Trading, Investieren und Unterhaltung wachsen zusammen, und IG ist gut aufgestellt, um diese Chance zu nutzen“ (unsere Übersetzung), sagte Vorstandschef Breon Corcoran in der Mitteilung. Nach Angaben von IG ist die gemeinsame Plattform für Trading, Investieren und Krypto in Großbritannien bereits live. Im Juli vereinbarte IG laut Finance Magnates die Übernahme von Underdog, einem US-Anbieter von Fantasy-Sport und Prognosemärkten; der Abschluss liegt laut IG im Plan für Ende 2026 oder Anfang 2027.

Was das für Spieler in Großbritannien bedeutet

Laut SBC News argumentieren Kalshi und Polymarket, ihre Prognosemärkte seien Finanzhandelsplattformen und kein Glücksspiel; Finance Magnates merkt an, dass keiner der beiden im Register der Gambling Commission steht. IG hat dagegen eine Lizenz der Commission beantragt. Wird sie erteilt, fielen die Sport- und Politikmärkte unter die Regeln der Commission, darunter die seit 30. September geltenden Einzahlungslimit-Regeln.

Der Plan gilt nur für Großbritannien. Andere Aufsichten ziehen eigene Grenzen: Ohio hat seine Lizenznehmer aufgefordert, keine unlizenzierten Prognosemärkte mehr zu bedienen, und in Malta startete Hacksaw ein B2B-Werkzeug für Prognosemärkte, nachdem die MGA seine Lieferantenlizenz erweitert hatte. In Washington haben Kongressabgeordnete zudem Prognosemärkte und Sportwettanbieter zu VIP-Programmen befragt.