
Regulierung · 3 Min.
UKGC-Studie: „not on GamStop“ führt zu illegalen Seiten
Eine Person sitzt nachts auf einem Sofa in einem dunklen Wohnzimmer und blickt auf Suchergebnisse auf einem Smartphone. · Bonusjungle illustration
Eine neue Studie der britischen Gambling Commission zeigt: Die Suchanfrage „not on GamStop“ ist zum Kürzel für Seiten mit weniger Kontrollen und schnelleren Auszahlungen geworden und damit ein Hauptweg in den illegalen Markt. Die Nutzer solcher Seiten teilt sie in vier Gruppen mit sehr unterschiedlichen Motiven ein.
Wer in Großbritannien auf illegalen Glücksspielseiten spielt, findet sie immer öfter über die Suche nach „not on GamStop“. Das geht aus einer Studie hervor, die die Gambling Commission am 20. Oktober veröffentlicht hat. Früher stand die Wendung vor allem dafür, GamStop zu umgehen, die landesweite Selbstsperre für lizenziertes Online-Glücksspiel. Inzwischen ist sie laut Bericht ein Kürzel für Merkmale, die mit dem illegalen Markt verbunden sind: weniger Identitätsprüfungen, weniger Hürden, schnellere Auszahlungen und Einsätze per Kreditkarte oder Kryptowährung.
Die Studie ist die dritte Phase der Reihe Consumer Voice der Gambling Commission zum illegalen Online-Glücksspiel und wurde von Yonder Consulting durchgeführt. Sie verbindet eine Auswertung öffentlicher Online-Diskussionen zwischen dem 28. Februar und dem 1. September 2026, eine Umfrage unter 4.007 Personen, die in den vier Wochen zuvor online gespielt hatten (Befragung vom 1. bis 15. Mai 2026), und zwei Online-Fokusgruppen mit 15 Teilnehmenden im Juli.
Die Gambling Commission betont, dass nur eine kleine Minderheit der Spieler illegale Seiten nutzt. Der Bericht befasst sich ausschließlich mit dieser Minderheit.
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Zugang statt besserer Quoten
Die Umfrage hat gemessen, wie stark verschiedene Gründe mit der Nutzung illegaler Seiten zusammenhängen. Am stärksten waren zwei: die Suche nach Seiten, die nicht von GamStop gesperrt werden, und die Nutzung von Seiten, die kaum persönliche Daten verlangen. Gründe, bei denen es um das Spielerlebnis geht, etwa die Jagd nach besseren Quoten, spielten eine kleinere Rolle. Die Ausnahme sind die Zufallstouristen (Accidental Tourists): Bei ihnen hingen Probleme bei der Auszahlung von Gewinnen stärker mit der Nutzung zusammen als die Suche nach Seiten außerhalb von GamStop.
Der Bericht hält außerdem fest, dass es Identitäts- und Finanzprüfungen offenbar auch auf illegalen Seiten gibt. Wer den lizenzierten Markt verlässt, um Kontrollen zu entgehen, trifft dort womöglich auf dieselben Kontrollen, nur ohne den Schutz, den eine lizenzierte Seite bieten muss.
Vier Nutzertypen
- Selbstsperrer (Self-Excluders) geben an, ihre GamStop-Sperre umgangen zu haben. Die Gambling Commission beschreibt sie als kleine Gruppe.
- Erfahrene Befürworter (Skilled Advocates) sagen, dass sie bewusst auf illegalen Seiten spielen. Sie vertrauen Glücksspielanbietern, Regierung und Aufsicht deutlich seltener. Unter den befragten Nutzern illegaler Seiten suchten 72 % der Skilled Advocates gezielt Seiten mit minimalen Identitätsprüfungen, gegenüber 34 % aller Nutzer illegaler Seiten.
- Soziale Entdecker (Social Explorers) geben nicht an, illegale Seiten bewusst zu nutzen, zeigen aber Anzeichen dafür. Sie sind auf der Suche nach guten Angeboten und verlassen sich auf Empfehlungen von Freunden; 81 % halten Ausschau nach besseren Quoten, gegenüber 58 % aller Nutzer illegaler Seiten.
- Zufallstouristen (Accidental Tourists) zeigen ebenfalls Anzeichen einer Nutzung, ohne es zu beabsichtigen. Sie wollen schnell und unkompliziert spielen; 79 % stimmten der Aussage zu, sie wollten „vom Glücksspielanbieter beim Spielen nicht behelligt werden“ (unsere Übersetzung), gegenüber 52 %.
Was daraus folgt
Die Gambling Commission zieht den Schluss, dass eine einzige Botschaft nicht alle erreicht. Nach ihrer ersten Einschätzung kann Aufklärung über die Warnzeichen illegaler Seiten bei Social Explorers und Accidental Tourists wirken, während Skilled Advocates so kaum zu überzeugen sind; bei ihnen dürften eher ein Vorgehen gegen das gesamte Umfeld illegaler Seiten und der Abbau der Hürden helfen, an denen sie sich stören. Als vierte Phase ist für November 2026 ein technischer Bericht zum neuen Illegal Incidence Index der Behörde geplant, zusammen mit Ergebnissen aus den ersten vier Erhebungswellen zum illegalen Glücksspiel im Gambling Survey for Great Britain.
In einem Blogbeitrag zum Bericht ergänzt die Gambling Commission, dass viele Suchergebnisse zu „not on GamStop“ auf Affiliate-Seiten führen, die für illegale Anbieter werben. SBC News berichtet unter Berufung auf Google Trends, dass die Suchanfragen nach dieser Wendung in Großbritannien im Jahresvergleich um 120 % gestiegen sind.
Der Befund zu den Hürden lässt sich gut neben jüngste Durchsetzungsmaßnahmen im lizenzierten Markt legen, etwa den Vergleich der Gambling Commission mit L & L Europe wegen verzögerter Auszahlungen. Er passt auch zu den Zweifeln an Offshore-Lizenzen, die die Erklärung der Regierung der Komoren zu Lizenzen aus Anjouan geweckt hat.
Wer sich bei GamStop gesperrt hat und mit dem Drang zum Spielen kämpft: GamCare betreibt die kostenlose National Gambling Helpline unter 0808 8020 133, rund um die Uhr erreichbar (Angebote für Großbritannien).
Quellen
- Gambling Commission: Illegal online gambling – Phase 3: Understanding the key push factors driving consumer engagement with illegal gambling websites (Publikationsseite, 20. Oktober 2026)
- Gambling Commission: Illegal online gambling – Phase 3: Understanding push factors for consumer engagement with illegal gambling websites (vollständiger Bericht, 20. Oktober 2026)
- Gambling Commission: What drives consumer engagement with illegal gambling websites? (Blog, Rupam Jagota, 20. Oktober 2026)
- SBC News: British regulator highlights drivers of illegal gambling use (23. Oktober 2026)

