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Lizenzurkunden mit Wachssiegeln auf einem Schreibtisch und ein Inselhafen in der Abenddämmerung.

Regulierung · 4 Min.

Komoren: Anjouan-Lizenzen nicht genehmigt, Bitte an Briten

Lizenzurkunden mit Wachssiegeln auf einem Schreibtisch und ein Inselhafen in der Abenddämmerung. · Bonusjungle illustration

Die Regierung der Komoren erklärt, die im Namen ihrer Insel Anjouan vergebenen Glücksspiellizenzen seien nicht genehmigt, britische Staatsbürger seien identifiziert worden, und sie habe Großbritannien um Hilfe gebeten. Knapp 1.500 Lizenznehmer, viele davon Krypto-Casinos, stehen im Anjouan-Register. Anjouan Gaming hält seine Lizenzen für gültig.

Die Regierung der Union der Komoren erklärt, das im Namen ihrer Insel Anjouan betriebene Lizenzsystem für Glücksspiel sei nicht genehmigt, und hat die britische Regierung und britische Strafverfolgungsbehörden um Hilfe gebeten. Gegenüber dem Guardian, der am 19. Oktober berichtete, erklärte die Regierung, es seien „britische Staatsbürger identifiziert worden“, und die internationale Zusammenarbeit laufe „sowohl bei der Finanzermittlung als auch in der polizeilichen Zusammenarbeit“ (unsere Übersetzung). Das britische Finanzministerium (HM Treasury) wollte sich nicht äußern.

Ein Sprecher der Zentralbank der Komoren sagte dem Guardian, es handle sich um „illegale Aktivitäten“ von Leuten, die „missbräuchlich den Namen der Komoren nutzen, um sich den Anschein von Legitimität zu geben“ (unsere Übersetzung). Er nannte das eine ernste Sorge für den Kampf des Landes gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung und sagte, die Regierung bereite ein Gerichtsverfahren vor Ort vor.

Das reicht weit über den Indischen Ozean hinaus. Laut Guardian stehen knapp 1.500 Unternehmen im öffentlichen Register von Anjouan Gaming, viele davon Krypto-Casinos, und viele Offshore-Casinos haben Curaçao in den vergangenen zwei Jahren verlassen.

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Die Zentralbank hat das schon früher gesagt

Neu ist die Haltung nicht. In einem vom Gouverneur unterzeichneten Kommuniqué vom 8. Dezember 2025 warnte die Banque Centrale des Comores die Öffentlichkeit unter anderem vor der Anjouan Offshore Financial Authority und Anjouan Corporate Services. Diese seien auf den Komoren nicht anerkannt, hätten keine rechtliche Befugnis, Zulassungen oder Lizenzen für Finanz- oder Bankgeschäfte zu erteilen, und dürften nicht im Namen der Union der Komoren oder einer ihrer Inseln handeln. Für Online-Glücksspiel und Sportwetten sei im Land keine Lizenz erteilt worden, ausdrücklich auch keine „Online Betting, Gaming, Gambling Licenses“, und wer behaupte, mit einer komorischen Zulassung zu arbeiten, die nicht von der Zentralbank stamme, handle betrügerisch (unsere Übersetzung aus dem Französischen).

Schon in einem Kommuniqué vom 15. Juni 2022, unterzeichnet vom selben Gouverneur, führte die Zentralbank die Anjouan Offshore Financial Authority und Anjouan Corporate Services unter „fiktiven Strukturen“, die vorgeben, auf den Komoren Banken und Finanzinstitute zuzulassen, und erklärte, sie habe die Staatsanwaltschaften in Moroni, Mutsamudu und Mohéli eingeschaltet (unsere Übersetzung aus dem Französischen).

Wer die Anjouan-Lizenzen vergibt

Anjouan Gaming nennt auf seiner Website die Anjouan Offshore Financial Authority als Aufsichtsbehörde; diese sei nach komorischem Recht gegründet worden, um Lizenzen für Glücksspiel, Krypto, Brokerage, Banken und Versicherungen zu beaufsichtigen. Nach Angaben des Guardian verlangt diese Behörde, dass Casinos ihre Anträge über Anjouan Corporate Services einreichen, das seine Begleitung für 19.000 £ bewirbt.

Hinter der Website von Anjouan Corporate Services steht laut Guardian das britische Unternehmen ACS Global Custodian Ltd mit Sitz in London. Das Unternehmen weist die Darstellung des Guardian zurück: ACS Global Custodian Ltd verkaufe, vergebe oder vermittle keine Glücksspiellizenzen und habe das seit der Übernahme 2023 nicht getan; Hinweise auf eine Unterstützung bei Lizenzanträgen stammten aus der Zeit, bevor diese Aufgabe an einen anderen, spezialisierten Dienstleister übertragen wurde.

Die Gegenseite

Anjouan Gaming hält seine Lizenzen für rechtsgültig und beruft sich auf ein unabhängiges Rechtsgutachten zu dem Gesetz von 2005, auf das es sich stützt, den Computer Gaming Licensing Act, berichtet casino.org. In einer Erklärung vom Juni, über die SBC News berichtete, betonte es zudem, seine Lizenz sei „keine weltweite Genehmigung, in jedem Land zu operieren“, und sei nie als solche dargestellt worden (unsere Übersetzung); für die Einhaltung der Gesetze in ihren Zielmärkten seien die Lizenznehmer selbst verantwortlich.

Beide Antworten zielen auf unterschiedliche Fragen. Die zweite betrifft, wo ein lizenziertes Casino tätig sein darf. Die Regierung der Komoren stellt etwas Grundsätzlicheres infrage: ob die Behörde hinter der Lizenz nach komorischem Recht überhaupt eine Grundlage hat. Eine Studie vom September 2025 hatte die Unterlagen bereits angezweifelt: Die öffentlich zugängliche Fassung des Gesetzes von 2005 trage weder offizielle Unterschrift noch Stempel und liege auf der Website der Lizenzorganisation selbst, so casino.org.

Warum Anbieter Anjouan wählten

Kurz gesagt: Kosten und Aufwand. Eine Quelle aus der Branche sagte dem Guardian auf der Konferenz iGB Live in London, Curaçao sei gerade „verrückt“, Anjouan dagegen „sehr einfach“, und fragte, warum man 80.000 £ für eine Lizenz aus Curaçao zahlen solle, wenn eine aus Anjouan 20.000 £ koste (unsere Übersetzung). Viele Offshore-Casinos haben Curaçao, den traditionellen Standort der Branche, in den letzten Jahren verlassen, schreibt der Guardian, und Curaçaos Aufsicht hat diesen Herbst eigene Probleme: Sie schaltet ihr kompromittiertes Lizenzportal ab, und das Siegel, mit dem Spieler eine Lizenz prüfen, ist betroffen.

Ein Branchenanalyst sagte dem Guardian, eine Lizenz gebe Spielern „ein gewisses Maß an Sicherheit und einen scheinbaren Regulierungsrahmen“ (unsere Übersetzung), was Banken und Zahlungsdienstleistern die Zusammenarbeit mit einem Anbieter erleichtern könne.

Was das für Spieler bedeutet

Die Regierung, in deren Namen die Lizenzen vergeben werden, sagt nun öffentlich und schriftlich, dass sie diese nicht genehmigt hat, und bittet ein anderes Land um Hilfe.

Der Guardian fand in Großbritannien Anjouan-lizenzierte Seiten, die damit werben, nicht an GamStop angeschlossen zu sein, das britische System zur Selbstsperre. Solche Seiten wenden diese Sperren nicht an. Bei einem Test meldete sich der Guardian bei einem Anjouan-lizenzierten Casino an und platzierte mehrere Einsätze; nachdem er aufgehört hatte, wurde er mehr als 100 Mal per Telefon oder E-Mail mit Angeboten zum Weiterspielen kontaktiert.

Eine Lizenznummer in einem Register zeigt, dass es ein Register gibt. Wer dahintersteht, zeigt sie nicht. Prüfe vor jeder Einzahlung, wer die Seite lizenziert, ob diese Aufsicht dort anerkannt ist, wo du lebst, und wie Beschwerden behandelt werden. Unsere Ratgeber erklären, worauf du bei Lizenz und Bedingungen eines Casinos achten solltest, und wir haben über falsche Lizenzangaben berichtet, vor denen die Aufsicht der Isle of Man warnt.

18+. Glücksspiel kann süchtig machen. Wenn du dich gesperrt hast oder sperren lassen willst, findest du alles auf unserer Seite zu verantwortungsvollem Spielen.

Quellen