
Regulierung · 3 Min.
L & L Europe zahlt 900.000 Pfund für verzögerte Auszahlungen
Ein Laptop mit einer ausstehenden Kontoseite neben ausgedruckten AGB mit einer markierten Zeile. · Bonusjungle illustration
Die britische Gambling Commission stuft die Regel von L & L Europe, nur eine Auszahlungsanfrage gleichzeitig zuzulassen, als unfair nach dem Consumer Rights Act 2015 ein. Zudem verlangte der Anbieter von manchen Kunden erst bei der Auszahlung Angaben, die er früher hätte anfordern können.
L & L Europe Limited zahlt 900.000 Pfund, nachdem die britische Gambling Commission festgestellt hat, dass das Unternehmen Auszahlungen unnötig verzögert und gegen Vorgaben zu Geldwäscheprävention und Spielerschutz verstoßen hat. Die Behörde gab den Vergleich am 21. Oktober 2026 bekannt. L & L Europe betreibt sieben Websites, darunter allbritishcasino.com, casinocasino.com und hypercasino.com. Es handelt sich um ein Verfahren der britischen Aufsicht, das nur den britischen Markt betrifft.
Vereinfacht gesagt (unsere Erläuterung) ist ein solcher Vergleich mit der Aufsicht ein Ergebnis, dem der Anbieter zustimmt: Der Fall wird einvernehmlich abgeschlossen statt durch einen förmlichen Strafbescheid. Laut der öffentlichen Erklärung der Commission zahlt das Unternehmen 900.000 Pfund anstelle einer Geldstrafe; das Geld fließt in den britischen Staatshaushalt (Consolidated Fund). Außerdem beteiligt es sich an den Ermittlungskosten und hat der Veröffentlichung der Sachverhaltsdarstellung zugestimmt. Die Verstöße betreffen den Zeitraum von Oktober 2024 bis Oktober 2025.
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Die zwei Probleme bei Auszahlungen
Das erste war eine Klausel in den AGB von L & L Europe. Kunden durften nur eine offene Auszahlungsanfrage haben und erst dann eine zweite stellen, wenn die erste freigegeben war. Die Commission wertet diese Klausel als unfair im Sinne des Consumer Rights Act 2015. Ihre Mitarbeiter sahen zudem, dass Auszahlungen aus anderen als regulatorischen oder rechtlichen Gründen zurückgehalten wurden. Die Behörde erkennt an, dass das Unternehmen diesen Verstoß rasch behoben hat.
Das zweite Problem war der Zeitpunkt. Nach der Betrugs- und Absprache-Richtlinie des Unternehmens wurde bei manchen Kunden jede fünfte oder zehnte Auszahlung von Hand geprüft. Einige von ihnen mussten dann vor der Auszahlung zusätzliche Angaben machen. Die britischen Lizenzregeln besagen, dass eine Auszahlungsanfrage keine Forderung nach Angaben auslösen darf, die der Anbieter vernünftigerweise früher hätte anfordern können. Erlaubt bleibt eine Anfrage zu diesem Zeitpunkt, wenn eine andere gesetzliche Pflicht sie verlangt. L & L Europe räumte ein, dass die Prüfungen Auszahlungen verzögert haben und die Angaben teils früher hätten angefordert werden können. Laut der Erklärung der Commission hat das Unternehmen sein Verfahren geändert; Auszahlungen werden nur noch zurückgehalten, wenn regulatorische oder rechtliche Vorgaben es verlangen.
Sue Young, Executive Director of Operations der Commission, sagte: „Eine Grundanforderung ist, dass man Gewinne zügig auszahlen lassen kann, ohne durch unfaire AGB behindert zu werden oder dadurch, dass der Anbieter Prüfungen nicht früher durchgeführt hat.“ (unsere Übersetzung) Sie fügte hinzu, ein Glücksspielanbieter könne bei der Auszahlung manchmal Angaben benötigen, um gesetzliche Pflichten zu erfüllen, „hier war das aber nicht der Fall“.
Mängel bei Geldwäscheprävention und Spielerschutz
Die Commission stellte außerdem fest, dass die Kontrollen gegen Geldwäsche vor allem auf finanziellen Schwellen und Stichproben beruhten statt auf Risikofaktoren und Risikoprofilen der Kunden. Das Unternehmen hielt sich nicht immer an seine eigenen Sorgfaltsprüfungen. In einem Beispiel aus der Erklärung zahlte ein Kunde innerhalb von acht Stunden nach der Registrierung 4.400 Pfund ein. Das Unternehmen berücksichtigte nicht das Risiko, dass das Bankkonto des Kunden erst zwei Wochen vor der Registrierung eröffnet worden war und sich das Geld darauf nicht als Einkommen aus Arbeit, Geschäft oder Ersparnissen belegen ließ.
Beim Spielerschutz waren Warnhinweise auf mögliche Schäden, etwa wegen der Spieldauer oder fehlgeschlagener Einzahlungen, nur auf einem Teil der Websites aktiv. Zudem fehlte ein Verfahren, um zu prüfen, ob der Umgang mit gefährdeten Kunden insgesamt wirkt.
Worauf Sie in den AGB Ihres Casinos achten sollten
Zwei Punkte aus diesem Fall lohnen einen Blick. Erstens: Suchen Sie im Auszahlungsteil der AGB nach einer Klausel, die nur eine offene Auszahlung gleichzeitig erlaubt. In diesem Fall hat die Commission die Klausel von L & L Europe als unfair im Sinne des Consumer Rights Act 2015 eingestuft. Zweitens: Achten Sie darauf, wann das Casino Unterlagen verlangt. Nach der britischen Regel dürfen Angaben, die früher hätten angefordert werden können, nicht zur Bedingung für eine Auszahlung gemacht werden, außer eine andere gesetzliche Pflicht greift genau dann.
Die Commission ist in Großbritannien zuletzt auch anderweitig vorgegangen, etwa mit dem Vergleich über 5 Mio. Pfund mit Rank wegen der Grosvenor-Casinos wegen Mängeln bei Geldwäscheprävention und Spielerschutz sowie mit der Aussetzung der Online-Lizenz von Targetlocal wegen Mängeln bei der Geldwäscheprävention. Auch anderswo stehen Auszahlungsregeln im Blick: Die niederländische Aufsicht beanstandete bei 711, dass Spieler Einzahlungen vor einer Auszahlung umsetzen mussten, und die neue Regel in New Jersey sieht eine dreitägige Auszahlungssperre vor.
Quellen
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