
Branche · 4 Min.
Bryn Kenney verklagt GGPoker-Eigner: Provisionen und 5 %
Eine geschlossene Akte neben einem kleinen Stapel Pokerchips auf einem Holztisch im Lampenlicht. · Bonusjungle illustration
Pokerprofi Bryn Kenney verklagt den GGPoker-Eigner NSUS und dessen CEO Mansoo „Michael“ Kim vor einem US-Bundesgericht in Nevada. Nach seinen Angaben wurden seine Spielerprovisionen gekürzt, und ein zugesagter Anteil von 5 % kam nie. Nichts davon ist bewiesen, und Kims Antrag auf Klageabweisung ist anhängig.
Pokerprofi Bryn Kenney verklagt die Unternehmen hinter GGPoker und deren Chef Mansoo „Michael“ Kim. Er behauptet, er habe die Seite auf Grundlage von zwei Vereinbarungen aus dem Jahr 2018 mit aufgebaut: Provisionen für die Spieler, die er brachte, und eine Beteiligung von 5 % am Unternehmen. Nach seinen Angaben wurden die Provisionen immer weiter gekürzt, und die Beteiligung kam nie.
Der Fall *Kenney v. Kim et al.* liegt inzwischen beim US-Bezirksgericht für den District of Nevada (Aktenzeichen 2:26-cv-02704, Richterin Jennifer A. Dorsey). Eingereicht wurde die Klage zunächst im Juli bei einem Gericht des Bundesstaats Nevada im Clark County; am 25. August wurde sie an das Bundesgericht verwiesen. Laut dem Gerichtsregister reichte Kenney am 14. Oktober eine erste geänderte Klage gegen Kim, die NSUS Group Inc. (ein kanadisches Unternehmen) und die NSUS Limited (ein irisches Unternehmen) ein; ein weiterer Beklagter aus der ursprünglichen Klage ist darin nicht mehr genannt.
Nichts von den folgenden Vorwürfen ist vor Gericht bewiesen.
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Was Kenney behauptet
Die Vorwürfe, wie sie in der Klageschrift beschrieben und von NEXT.io und Casino.org berichtet werden:
- Provisionen. Kenney sagt, er habe im März 2018 einen Werbevertrag mit der NSUS Limited unterschrieben, und Kim habe ihm später im selben Jahr Provisionen für geworbene Spieler angeboten. Nach seinen Angaben erhielt er 2019 rund 5 Mio. US-Dollar an Provisionen. Danach habe das Unternehmen, so wirft er ihm vor, von ihm geworbene Spieler aus seinem Tracking-System entfernt, unberechtigte Abzüge vorgenommen, seinen Satz gesenkt und seine Agenten angesprochen, um deren Konten unter die Kontrolle des Unternehmens zu bringen. Er behauptet, seine jährlichen Provisionen seien im Vergleich zum ersten Jahr um mehr als 3 Mio. US-Dollar gesunken.
- Der Anteil von 5 %. Kenney sagt, Kim habe ihm in einer mündlichen Vereinbarung 5 % der Firmenanteile versprochen und diese nie übertragen. Er bringt den Anspruch mit dem Kauf der Marke World Series of Poker durch die NSUS Group von Caesars Entertainment im Jahr 2024 für 500 Mio. US-Dollar in Verbindung und sagt, sein Anteil sei nie anerkannt worden. Den Wert beziffert er auf einen zweistelligen Millionenbetrag in US-Dollar.
- Spielsicherheit. Er wirft Kim vor, ihm starke Schutzmaßnahmen von GGPoker gegen Betrug zugesichert zu haben, obwohl Kim bereits gewusst habe, dass betrogen wurde, und Probleme später auf von Kenney betreute Spiele geschoben zu haben.
- Gewinne der Spieler. Laut Casino.org sagt Kenney, er habe persönlich für die Gewinne der von ihm geworbenen Spieler gebürgt und 1 Mio. US-Dollar aus eigener Tasche gezahlt, als diesen Spielern geschuldete 6 Mio. US-Dollar nicht vollständig ausgezahlt wurden.
Kenney macht unter anderem Vertragsbruch und betrügerische Veranlassung zum Vertragsschluss geltend. Er verlangt Schadenersatz, Strafschadenersatz und eine Abrechnung dessen, was ihm nach seiner Darstellung zusteht. Laut Casino.org wirft die Klage Kim außerdem vor, US-Spieler, darunter Einwohner Nevadas, gezielt angesprochen zu haben, wobei Spieler, die mit Kryptowährung zahlten, kein VPN gebraucht hätten. Das ist ein Vorwurf aus der Klage, keine gerichtliche Feststellung.
Wie es weitergeht
Kim reichte am 23. September einen Antrag auf Klageabweisung (*motion to dismiss*) ein. Mit einem solchen Antrag wird das Gericht gebeten, einen Anspruch abzuweisen, bevor Beweise erhoben werden; er ist keine Entscheidung. Eine gerichtliche Anordnung vom 9. Oktober hat Kenneys Erwiderung auf den 14. Oktober, Kims Replik auf den 26. Oktober und eine Anhörung auf den 12. November 2026 in Las Vegas festgelegt. Kenney reichte seine geänderte Klage am Tag der Erwiderungsfrist ein. Kims Antrag auf Klageabweisung ist anhängig.
Für Spieler geht es in dem Fall vor allem um die geschäftliche Seite des Pokers: wie Ambassador- und Affiliate-Verträge bezahlt werden. Die Vorwürfe zu Sicherheit und nicht ausgezahlten Gewinnen wiegen schwerer, sind aber vorerst die Darstellung einer Seite in einem Prozess, der die Beweisphase noch nicht erreicht hat.
Zuletzt haben wir über den Start von reguliertem Poker durch 888 in Alberta, während PokerStars sich zurückzieht und Norwegens Anhörung zu Online-Poker bei Norsk Tipping berichtet.
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Quellen
- PacerMonitor: Kenney v. Kim et al, 2:26-cv-02704 (D. Nev.) (Register: Verweisung am 25. August 2026 aus Clark County A-26-950483-C; Antrag auf Klageabweisung 23. September; Anordnung vom 9. Oktober mit 14. Oktober / 26. Oktober / 12. November, 13:30 Uhr; erste geänderte Klage am 14. Oktober gegen Kim, NSUS Group Inc., NSUS Limited, „removes parties“; Richterin Jennifer A. Dorsey)
- NEXT.io: Ex-GGPoker ambassador sues over alleged unpaid commissions and 5% stake (14. Oktober 2026) (Details der Klage: Werbevertrag März 2018, Angebot zu Beteiligung und Provisionen August 2018, rund 5 Mio. US-Dollar 2019, Rückgang um mehr als 3 Mio. US-Dollar, WSOP-Kauf, eingereicht im Juli; bat GGPoker um Stellungnahme)
- Casino.org: Bryn Kenney sues GGPoker for tens of millions, alleges cheating cover-up (15. Oktober 2026) (Details der geänderten Klage: 1 Mio. von 6 Mio. US-Dollar, Spieler aus den USA und Nevada, Krypto ohne VPN, Ansprüche und Forderungen)
- PokerRift: Bryn Kenney sues GGPoker parent over commissions and equity (Bericht unter Berufung auf PokerFuse)
Weiter auf diesem Weg
Quellen
- PacerMonitor: Kenney v. Kim et al, 2:26-cv-02704 (D. Nev.)
- NEXT.io: Ex-GGPoker ambassador sues over alleged unpaid commissions and 5% stake (14. Oktober 2026)
- Casino.org: Bryn Kenney sues GGPoker for tens of millions, alleges cheating cover-up (15. Oktober 2026)
- PokerRift: Bryn Kenney sues GGPoker parent over commissions and equity

