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Gläserne Bürofassaden an einer Uferstraße in Dublin in der Abenddämmerung.

Regulierung · 4 Min.

Ksa und Google arbeiten an White List legaler Anbieter

Gläserne Bürofassaden an einer Uferstraße in Dublin in der Abenddämmerung. · Bonusjungle illustration

Die niederländische Glücksspielaufsicht sagt, eine gemeinsame Taskforce erstelle mit Google eine „White List“ legaler Glücksspielanbieter in der EU, damit Google alle anderen ausschließen könnte. Der Gang vor Gericht gegen Big Tech bleibt laut Ksa eine Option.

Die niederländische Glücksspielaufsicht Kansspelautoriteit (Ksa) sagt, sie arbeite mit Google an einer „White List“ (Positivliste) aller legalen Glücksspielanbieter in der EU. Anbieter, die nicht auf der Liste stehen, verstießen dann per Definition gegen die Regeln, und Google könnte sie ausschließen. Der Plan stammt aus einer gezeichneten Kolumne von Michel Groothuizen, dem Vorsitzenden der Ksa, die am 14. Oktober 2026 auf der Website der Behörde unter dem Titel „Verleiden of vechten? Of allebei?“ („Verführen oder kämpfen? Oder beides?“) erschien. Die Zitate aus der Kolumne haben wir aus dem Niederländischen übersetzt.

Die Liste wird noch erstellt. Groothuizen nennt sie ein Beispiel dafür, woran eine gemeinsame Taskforce arbeitet.

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Warum die Ksa bei der Sichtbarkeit ansetzt

Die Kolumne erschien fünf Jahre nach der Öffnung des niederländischen Online-Markts. Laut Groothuizen zeigen Untersuchungen immer wieder, dass rund 90 % der niederländischen Online-Spieler nur bei legalen Anbietern spielen. Beim Geld sieht es ganz anders aus: Auf jeden Euro, der bei einem legalen Anbieter verspielt wird, kommt ein weiterer Euro auf dem illegalen Markt.

Bußgelder gegen illegale Anbieter hätten ein klares Signal gesendet, schreibt er, beim Eintreiben des Geldes aber kaum etwas bewirkt. Deshalb verfolgt die Ksa seit eineinhalb Jahren auch einen zweiten Weg: illegale Seiten schwerer auffindbar machen und Zahlungen an sie und über sie stoppen. „Wir sind noch nicht am Ziel, aber die Richtung ist klar“, schreibt er.

Hier kommen die großen Plattformen ins Spiel. Laut Groothuizen verdient Big Tech viel Geld mit Werbung für illegales Glücksspiel, und Anzeigen, die sich an Menschen in Sperrregistern mehrerer europäischer Länder oder an Kinder unter 18 richten, seien leicht zu finden, „zu Tausenden, wenn nicht Hunderttausenden“.

Die Gespräche in Dublin und die White List

Im vergangenen Frühjahr trafen sich die Ksa und mehrere andere europäische Aufsichtsbehörden in Dublin mit Google und Meta, die dort beide ihren Europasitz haben. Beiden Seiten sei klar gewesen, dass die Alternative zur Zusammenarbeit ein Rechtsstreit wäre, sagt Groothuizen. Ergebnis ist eine gemeinsame Taskforce, die unter anderem mit Google an der White List arbeitet. „Hoffentlich drehen wir damit einen Haupthahn zu“, schreibt er.

Unsere Einordnung: Google erlaubt Glücksspielwerbung schon jetzt nur in Ländern auf seiner Liste und nur mit einer Zertifizierung je Land, die in den Niederlanden eine Ksa-Lizenz voraussetzt, so die Google-Richtlinie zu Glücksspielen und Spielen. Weil diese Zertifizierung Land für Land funktioniert, wäre eine EU-Liste legaler Anbieter am nützlichsten, wenn sie zeigt, in welchen Ländern jeder Anbieter lizenziert ist.

Der Gang vor Gericht bleibt eine Option

Die Kolumne antwortet auf Forderungen nach einer härteren Linie. In einer Ausschussdebatte im niederländischen Parlament im September forderte der VVD-Abgeordnete Bart Bikkers, die Ksa solle die großen Techkonzerne mit Bußgeldern belegen, im EU-Recht Very Large Online Platforms (VLOPs) genannt. Auch der Glücksspielanwalt Justin Franssen verlangte ein härteres Vorgehen der Ksa.

Laut Groothuizen bieten sowohl das niederländische Recht als auch der Digital Services Act (DSA) der EU Ansatzpunkte, wobei beim DSA die EU-Kommission entscheidet, nicht die Ksa. Er spricht auch offen über das Risiko. Eine Plattform mit nahezu unbegrenzten Mitteln könnte bis zur höchsten Instanz gehen, ein endgültiges Urteil könnte fünf Jahre dauern. „Ein verlorenes Verfahren ist schlimmer als eines, das noch nicht begonnen hat“, schreibt er.

Die Ksa macht also beides zugleich: verhandeln und sich auf eine mögliche Auseinandersetzung vorbereiten. „Wenn Vereinbarungen mit Big Tech zu wenig bringen, werden wir nicht zögern, gegen einen von ihnen in den Ring zu steigen“, schreibt er.

Was das für Spieler bedeutet

In deinen Suchergebnissen ändert sich heute nichts. Bemerkenswert an der Kolumne ist, wie die Ksa selbst beschreibt, wohin illegale Glücksspielwerbung geht: zu Menschen, die sich haben sperren lassen, und zu Minderjährigen. Wenn du dich bei Cruks, dem niederländischen Sperrregister, eingetragen hast, kann eine Anzeige das bei einer lizenzierten Seite nicht aufheben: In den Niederlanden lizenzierte Anbieter müssen Cruks prüfen, bevor jemand spielen darf. Eine Seite, die dich ohne diese Prüfung spielen lässt, hält sich nicht an die niederländischen Lizenzregeln.

Mehr dazu: die Verlängerung von acht Online-Lizenzen durch die Ksa, ihr Leitfaden zur Prüfung von Namen auf Bankkonten, wie die Zertifizierung von Glücksspielwerbung bei Google funktioniert und warum Aufseher dem Geld statt der Werbung folgten.

18+. Glücksspiel kann süchtig machen. Wenn es keinen Spaß mehr macht, schau auf unsere Seite zum [verantwortungsvollen Spielen](/responsible). In den Niederlanden kannst du dich bei Cruks eintragen und dich für lizenziertes Online-Glücksspiel, Spielhallen und Casinos sperren lassen.