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Steinstufen einer Washingtoner Bundeskolonnade zur blauen Stunde, mit einem Handy, auf dem ein unscharfer Wettschein zu sehen ist.

Regulierung · 4 Min.

CFTC stellt klar: Casino- und Sportwetten sind keine Swaps

Steinstufen einer Washingtoner Bundeskolonnade zur blauen Stunde, mit einem Handy, auf dem ein unscharfer Wettschein zu sehen ist. · Bonusjungle illustration

Die US-Aufsicht Commodity Futures Trading Commission hat am 9. Oktober eine vorläufige Regel (Interim Final Rule) beschlossen: Wetten bei Casinos und Buchmachern mit Lizenz eines Bundesstaats oder eines Stammes sind keine Swaps. In einem separaten Vorschlag will sie Ereignisverträge zu Sport, Politik, Kultur und Wetter als Swaps unter ihrer ausschließlichen Zuständigkeit einstufen. Für alle, die bei lizenzierten Casinos und Buchmachern spielen, ändert sich heute nichts.

Die US-Aufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat eine Regel beschlossen, nach der Wetten bei Casinos und Buchmachern mit Lizenz eines Bundesstaats oder eines Stammes keine „Swaps“ sind, also nicht zu den Derivaten gehören, die sie beaufsichtigt. Die vorläufige Regel mit sofortiger Wirkung (Interim Final Rule) wurde am 9. Oktober 2026 angekündigt und tritt in Kraft, sobald sie im Federal Register, dem US-Bundesanzeiger, veröffentlicht ist. Am selben Tag schlug die Behörde eine zweite Regel vor, die für Prognosemärkte in die andere Richtung geht: Ereignisverträge zu Sport, Politik, Kultur und Wetter wären Swaps und stünden unter Bundesaufsicht.

„Glücksspielprodukte im Casino-Stil sind keine Derivate“, sagte CFTC-Chairman Michael S. Selig (aus dem Englischen übersetzt).

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Was die vorläufige Regel sagt

Die Regel ergänzt die Swap-Definition der CFTC um einen neuen Absatz. Eine Wette fällt aus dieser Definition heraus, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:

  • Angeboten wird sie von jemandem, der nach dem Recht eines Bundesstaats oder nach dem Recht eines bundesweit anerkannten Stammes auf Grundlage des Indian Gaming Regulatory Act lizenziert oder befugt ist, Glücksspiel anzubieten oder Wetten anzunehmen, im Rahmen dieser Lizenz handelt, und die Wette ist nach diesem Recht als Glücksspiel reguliert; und
  • sie wird nicht an einer Börse, einer Swap-Handelsplattform (swap execution facility) oder einem anderen Markt gehandelt, an dem Geschäfte zwischen vielen Parteien abgeschlossen oder einzeln ausgehandelt werden.

Die Regel nennt dann drei Beispiele: Sportwetten, die ein lizenzierter Buchmacher annimmt, Casinospiele (Tischspiele, Spielautomaten und andere elektronische Spielgeräte) eines lizenzierten Casinobetreibers sowie andere lizenzierte Glücksspiele wie Bingo, Poolwetten, Lotterien und Verlosungen.

Eine Interim Final Rule gilt sofort, ohne die übliche vorherige Kommentierungsrunde. Diese tritt am Tag ihrer Veröffentlichung im Federal Register in Kraft, Kommentare sind innerhalb von 30 Tagen danach fällig. Die CFTC beruft sich auf einen „wichtigen Grund“ (good cause), die vorherige Kommentierung auszulassen, und verweist auf widersprüchliche Gerichtsurteile und Vorgehen von Bundesstaaten gegen Prognosemärkte. Laut der Behörde würde die Regel „die Rechte und Pflichten der Marktteilnehmer nicht ändern“, weil sie Glücksspiel im Casino-Stil schon bisher als außerhalb ihrer Zuständigkeit betrachtet. Erklärtes Ziel ist, „Auslegungsunsicherheit“ zu verringern (Zitate aus dem Englischen übersetzt).

Was die vorgeschlagene Regel sagt

Die zweite Maßnahme ist nur ein Vorschlag (Notice of Proposed Rulemaking). Er würde der Swap-Definition eine Zeile hinzufügen: „Ereignisverträge, einschließlich solcher auf Grundlage von Sport-, Politik-, Kultur- und Wetterereignissen“ (aus dem Englischen übersetzt). Kommentare werden 30 Tage lang nach Veröffentlichung des Vorschlags im Federal Register angenommen, und bevor er gilt, wäre eine endgültige Regel nötig.

„Diese Produkte sind Warenderivate, die eindeutig in den Regulierungsbereich der CFTC nach dem Commodity Exchange Act fallen und der ausschließlichen Zuständigkeit der Behörde unterliegen“, sagte Selig (aus dem Englischen übersetzt).

Warum die CFTC diese Linie zieht

Die beiden Maßnahmen reagieren auf eine Uneinigkeit zwischen US-Bundesberufungsgerichten über Sport-Ereignisverträge, die Kalshi und ähnliche Börsen verkaufen. Das Berufungsgericht für den Third Circuit entschied im April, dass Kalshis Sportkontrakte wahrscheinlich Swaps unter der ausschließlichen Zuständigkeit der CFTC sind. Der Ninth Circuit in einem Fall aus Nevada im August und der Sixth Circuit in Fällen zu Ohio und Tennessee im September urteilten anders.

Die vorläufige Regel zitiert die Sorge des Sixth und des Ninth Circuit, dass, wenn ein Sport-Ereignisvertrag ein Swap ist, auch jede Wette bei einem Buchmacher einer wäre. Die CFTC nennt diese Prämisse „irrig“. Die Regel „setzt den vom Third Circuit vorgeschlagenen Ansatz um“, der auf die Befugnis der Aufsichtsbehörden verwies, Swaps „näher zu definieren“ (Zitate aus dem Englischen übersetzt).

Die Unterscheidung, auf die sich die CFTC stützt, ist struktureller Art. Bei einem Buchmacher legt der Anbieter die Quoten fest und übernimmt die Gegenseite der Wette. An einer Börse werden Kontrakte über ein Orderbuch zu Preisen gehandelt, die Käufer und Verkäufer bestimmen, und über eine Clearingstelle abgewickelt. Die Behörde räumt ein, dass „man auf beiden Wegen ein ähnliches wirtschaftliches Risiko eingehen kann“, argumentiert aber, dass beides deshalb nicht dasselbe Produkt ist (aus dem Englischen übersetzt).

Jaret Seiberg, Politikanalyst bei TD Cowen, wird von CoinDesk zitiert: Er sieht die vorläufige Regel als „darauf ausgelegt, die Position der Behörde vor Gericht zu verbessern“ (aus dem Englischen übersetzt). CoinDesk berichtet außerdem, dass Selig derzeit das einzige amtierende Mitglied einer Kommission ist, die eigentlich fünf Mitglieder haben soll.

Der Fall vor dem Supreme Court im Hintergrund

New Jersey hat den US Supreme Court gebeten, seinen Streit mit Kalshi zu verhandeln. Am 7. und 8. Oktober reichten 39 Bundesstaaten und der District of Columbia sowie separat die NFL Schriftsätze ein, die diesen Antrag unterstützen. Kalshis Erwiderung ist laut SBC Americas bis 9. November fällig. Das Gericht hat noch nicht entschieden, ob es den Fall annimmt.

Keine der beiden Maßnahmen beendet diesen Streit für sich allein, merkt NextPredict an: Was der Commodity Exchange Act bedeutet, entscheiden weiterhin die Gerichte. Der Sixth Circuit hielt zudem fest, dass die Glücksspielgesetze von Ohio und Tennessee selbst dann nicht verdrängt würden, wenn Kalshis Kontrakte Swaps wären.

Was das für Spieler bedeutet

Wer bei einem in einem US-Bundesstaat lizenzierten Buchmacher wettet oder in einem lizenzierten Online- oder landbasierten Casino spielt, für den ändert sich heute nichts. Diese Produkte bleiben wie bisher unter der Aufsicht der Glücksspielbehörden der Bundesstaaten oder der Stämme. Der Streit dreht sich um Kontrakte auf Prognosemärkten: ob ein Sportkontrakt, der an einer bundesweit registrierten Börse gekauft wird, ein Bundesderivat oder eine Wette nach dem Glücksspielrecht eines Bundesstaats ist. Ein praktischer Unterschied ist das Alter: Laut SBC Americas weist die NFL in ihrem Schriftsatz an den Supreme Court darauf hin, dass die meisten Bundesstaaten für Sportwetten ein Mindestalter von 21 Jahren vorschreiben, Prognosemärkte aber 18-Jährige zulassen. Die Regel gilt nur für die USA.

Frühere Schritte in diesem Streit findest du unter Missouris Attorney General stoppt sechs Prognosemärkte und Tunica-Biloxi kündigt SaltTrade Derivatives an.

18+. Wenn sich Glücksspiel nicht mehr wie ein Zeitvertreib anfühlt, lies mehr über verantwortungsvolles Spielen.

Quellen