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Ein Fernseher im Wohnzimmer zeigt ein Live-Fußballspiel.

Regulierung · 4 Min.

Dänemark: Entwurf L 37 zielt auf Werbung und Affiliates

Ein Fernseher im Wohnzimmer zeigt ein Live-Fußballspiel. · Bonusjungle illustration

Dänemarks Regierung hat den Gesetzentwurf L 37 eingebracht. Er würde Glücksspielwerbung von 10 Minuten vor bis 10 Minuten nach Live-Sportübertragungen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und nahe Schulen verbieten. Außerdem dürften Anbieter Affiliates nicht mehr nach Umsatz, Gewinnen oder Verlusten der Spieler bezahlen. Noch ist es kein Gesetz, sondern ein Entwurf: Die erste Lesung ist für den 22. Oktober 2026 angesetzt, die Werberegeln würden ab 1. Juli 2027 gelten.

Dänemarks Regierung hat einen Gesetzentwurf eingebracht, der Glücksspielwerbung rund um Live-Sport, in öffentlichen Verkehrsmitteln und nahe Schulen verbieten würde. Zudem dürften Anbieter Affiliates nicht mehr an dem beteiligen, was Spieler einsetzen oder verlieren. Der Entwurf L 37 wurde am 7. Oktober 2026 im Folketing, dem dänischen Parlament, eingebracht, und zwar vom Minister für Steuern und Wachstum, Jakob Engel-Schmidt. Er ändert das Glücksspielgesetz, das Körperschaftsteuergesetz und das Gesetz über Glücksspielabgaben. Noch ist es nur ein Entwurf: Die erste Lesung (førstebehandling) ist für den 22. Oktober 2026 angesetzt, und das Parlament kann ihn vor jeder Abstimmung noch ändern.

L 37 bringt mit kleinen Anpassungen den früheren Entwurf L 127 erneut ein, der mit der Parlamentswahl verfallen war. Beide beruhen auf einer parteiübergreifenden Vereinbarung vom 24. Oktober 2025, dem „Glücksspielpaket 1: Ein verantwortungsvollerer Glücksspielmarkt“.

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Was Glücksspielwerbung nicht mehr dürfte

Nach den neuen Regeln in § 36 des Glücksspielgesetzes müsste jede Glücksspielwerbung Glücksspiel als Unterhaltung darstellen. Dabei dürfte sie nicht:

  • sich an unter 18-Jährige richten oder sie besonders ansprechen, weder inhaltlich noch über die Wahl der Medien;
  • fälschlich nahelegen, dass Glücksspiel zum Erfolg eines Menschen beigetragen hat, Geldprobleme löst oder gesellschaftliche Anerkennung bringt;
  • Glücksspiel als Priorität, als Lebensstil oder als selbstverständlichen Teil einer Gemeinschaft zeigen;
  • Autoritätspersonen einsetzen;
  • Personen unter 25 Jahren zeigen.

Die Regel zu Autoritätspersonen trifft vor allem Influencer. Laut den Erläuterungen gilt als Autoritätsperson immer, wer auf einer Social-Media-Plattform mehr als 10.000 Follower oder Zuschauer hat oder plattformübergreifend mehr als 100.000 Aufrufe sammelt. Darunter wird im Einzelfall entschieden. In der Praxis könnten größere Influencer, Gamefluencer und Streamer gar nicht mehr in Glücksspielwerbung auftreten. Die Regeln gelten für alle, die für Glücksspiel werben, nicht nur für Lizenzinhaber. Affiliates und Influencer wären also für ihre eigene Werbung verantwortlich.

Wo Glücksspielwerbung verboten wäre

Der Entwurf nennt drei Orte und Zeiten, an denen Glücksspielwerbung ganz verboten wäre:

  • Live-Sport: ab 10 Minuten vor einer Live-Sportübertragung, währenddessen und bis 10 Minuten danach. Laut den Erläuterungen betrifft das Werbung im Fernsehen und bei Streamingdiensten, auch Werbepausen bei Spielunterbrechungen, sowie Live-Quoten, die am Austragungsort selbst angezeigt werden. Bandenwerbung und Trikotsponsoring sind nicht erfasst.
  • Öffentlicher Verkehr: in öffentlichen Verkehrsmitteln und sonst im Zusammenhang mit ihnen.
  • Nahe Schulen: im öffentlichen Raum im Umkreis von 200 Metern um Schulen und weiterführende Schulen, gemessen ab der äußeren Grundstücksgrenze der Einrichtung.

Die Affiliate-Regel

Die Änderung, die Seiten wie unsere am direktesten trifft, steht in § 36 Abs. 3. Setzt ein Anbieter einen Dritten für Glücksspielwerbung ein, „darf die Vergütung an diesen nicht auf dem Umsatz des Spielers beruhen, einschließlich Gewinn oder Verlust“ (aus dem Dänischen übersetzt). In der Praxis ist das das Ende von Umsatzbeteiligungen, die sich nach den Einsätzen oder Verlusten der Spieler richten.

Die Erläuterungen nennen zwei Details. Das Verbot würde neue wie bestehende Verträge erfassen, und zwar für Vergütungen auf Basis von Aktivität nach dem Stichtag. Und eine Bezahlung danach, wie oft ein Besucher von der Affiliate-Seite zum Anbieter weitergeleitet wird, bleibt erlaubt. Ziel ist laut den Erläuterungen, dass ein Affiliate keinen finanziellen Anreiz hat, Menschen zu mehr Glücksspiel zu bewegen, als sie wollen, und nicht an den Verlusten eines Spielers verdient.

Bonusjungle ist eine Affiliate-Seite, diese Regel würde also auch für uns gelten.

Glücksspiel ohne Lizenz

Schon heute verhängt das dänische Recht Geldstrafen gegen alle, die für Glücksspielanbieter ohne dänische Lizenz werben oder Spieler an nicht lizenziertes Glücksspiel vermitteln, das sich an Dänemark richtet. L 37 weitet das aus: Jede Werbung in Dänemark für nicht lizenziertes Glücksspiel wäre verboten und mit Geldstrafe bedroht, egal, ob sich die Glücksspielseite selbst an dänische Spieler richtet. Außerdem bekommt die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden mehr Aufsichtsbefugnisse über den unregulierten Markt.

Ab wann es gelten würde

Beschließt das Parlament den Entwurf, träte das Gesetz am 1. Jänner 2027 in Kraft. Die Werberegeln in § 36 und eine gesetzliche Pflicht der Anbieter, Anzeichen von problematischem Spielverhalten zu beobachten und darauf zu reagieren (§ 36a), würden erst ab 1. Juli 2027 gelten. Weitere Teile folgen am 1. Oktober 2027.

Was das für Spieler bedeutet

Noch ändert sich nichts. Wird der Entwurf so beschlossen, sähen dänische Spieler ab Mitte 2027 weniger Glücksspielwerbung rund um Live-Sport, keine mehr in Bussen und Zügen oder nahe Schulen und keine Glücksspielwerbung mit großen Influencern. Lizenzierte dänische Seiten bleiben erreichbar. Die Affiliate-Regel ändert, wie Test- und Vergleichsseiten bezahlt werden. Das ist gut zu wissen, wann immer eine Seite dir ein Casino empfiehlt.

Eine ähnliche Mischung aus Werbegrenzen und Affiliate-Regeln gibt es anderswo, siehe Bulgariens Glücksspiel-Werbeverbot ab 2027.

18+. Wenn sich Glücksspiel nicht mehr wie ein Zeitvertreib anfühlt, lies mehr über verantwortungsvolles Spielen.