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Das Kapitol von Pennsylvania in Harrisburg mit seiner grünen Kuppel unter klarem Himmel.

Regulierung · 4 Min.

Pennsylvania-Entwurf deckelt Online-Casino-Einsätze bei 5 $

Das Kapitol von Pennsylvania in Harrisburg mit seiner grünen Kuppel unter klarem Himmel. · Bonusjungle illustration

Ein parteiübergreifender Gesetzentwurf im Repräsentantenhaus von Pennsylvania, HB 2879, würde Online-Casino-Einsätze je nach Alter auf 2 oder 5 US-Dollar pro Spiel begrenzen, nach festen Verlusten jede Wette sperren, nur zwei Einzahlungen pro Tag erlauben und Kreditkarten ausschließen. Er liegt im Gaming Oversight Committee, ohne Anhörung oder Abstimmung.

Wer in Pennsylvania online im Casino spielt, hätte mit HB 2879 bei jedem Spin eine feste Obergrenze. Der Gesetzentwurf würde den Einsatz bei Online-Casinospielen für Spielende „zwischen 21 und 25“ Jahren auf 2 US-Dollar pro Spiel begrenzen, für Spielende „über 25“ auf 5 US-Dollar. Außerdem würde er jede Wette für einen Tag oder einen Monat sperren, sobald die Verluste bestimmte Beträge erreichen, höchstens zwei Einzahlungen in 24 Stunden zulassen und Kreditkarten als Zahlungsmittel ausschließen.

HB 2879 wurde am 21. Oktober 2026 von den Abgeordneten Tarik Khan (Demokrat) und Jamie Flick (Republikaner) mit acht demokratischen Mitantragstellern eingebracht und noch am selben Tag an das Gaming Oversight Committee des Repräsentantenhauses überwiesen, den Ausschuss für Glücksspielaufsicht. Es ist ein Vorschlag, kein geltendes Recht. Die Seite zum Gesetzentwurf verzeichnet weder eine Ausschusssitzung noch eine Abstimmung, und bei Redaktionsschluss fanden wir keine öffentliche Reaktion von Anbietern oder dem Pennsylvania Gaming Control Board. Würde er verabschiedet, träte das Gesetz 60 Tage nach seiner Verabschiedung in Kraft. Es geht um einen Vorschlag für Pennsylvania; für Spielende in Deutschland ändert sich dadurch nichts.

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Höchsteinsatz und Verlustgrenze sind zwei verschiedene Dinge

Ein Höchsteinsatz begrenzt die Höhe einer einzelnen Wette. Laut Entwurf gilt er nur für Online-Casinospiele („interactive games“), nicht für Sportwetten. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der gesetzliche Höchsteinsatz bei virtuellen Automatenspielen nach § 22a GlüStV 2021 grundsätzlich bei 1 Euro je Spiel; seit dem 1. Juli 2026 erlaubt die GGL unter Auflagen gestufte Erhöhungen auf bis zu 5 Euro, befristet bis Ende 2027.

Eine Verlustgrenze betrachtet, wie viel jemand insgesamt verloren hat. Der Entwurf setzt sie für jede Online-Wette, ob Casino oder Sport:

Altersgruppe laut EntwurfVerluststopp, 24 StundenVerluststopp, 30 Tage
„zwischen 21 und 25“750 US-Dollar2.500 US-Dollar
„mindestens 25“1.500 US-Dollar5.000 US-Dollar

Wird der 24-Stunden-Betrag erreicht, dürfen 24 Stunden lang keine Wetten angenommen werden; beim 30-Tage-Betrag dauert die Sperre 30 Tage. Wir lesen das so: Nach dem Wortlaut fallen Spielende, die genau 25 sind, in beide Verlustgruppen, etwas, das der Ausschuss bereinigen könnte, falls der Entwurf vorankommt.

Zusätzlich zu diesen festen Obergrenzen müssten alle vor der ersten Wette eigene tägliche und monatliche Verlustlimits festlegen. Eine Senkung gilt sofort; eine Erhöhung wartet eine Wartefrist ab, die das Department of Drug and Alcohol Programs festlegen würde, die Landesbehörde für Drogen- und Alkoholprogramme.

Einzahlungen, Zahlungen und Spielzeit

  • Einzahlungen: höchstens zwei pro 24 Stunden. Einzahlungen von mehr als 5.000 US-Dollar innerhalb von 180 Tagen würden eine Leistbarkeitsprüfung nach Kriterien des Department of Drug and Alcohol Programs erfordern, etwa ein geprüftes Einkommen oder Unterlagen, die die Person freiwillig einreicht. Eine Einzahlung, die die Prüfung nicht besteht, muss abgelehnt werden.
  • Wartezeit: Abgesehen von der allerersten Wette nach der Kontoeröffnung dürfte innerhalb von 15 Minuten nach einer Einzahlung keine Wette angenommen werden.
  • Zahlungen: nur ACH-Lastschrift (US-Banküberweisung), Überweisung sofort verfügbarer Mittel oder ein Papierscheck. Kreditkarten und Karten staatlicher Sozialleistungen dürften eine Wette weder direkt noch indirekt finanzieren, und damit gekaufte Geschenkkarten ebenfalls nicht.
  • Zeitlimits: standardmäßig zwei Stunden Anmeldung pro 24 Stunden. Weniger wäre möglich, mehr als der Standard nicht; ein niedrigeres Limit wieder anzuheben, würde eine Wartezeit von 72 Stunden auslösen. Nach 15 Minuten Inaktivität würde man abgemeldet.
  • Identitätsprüfung: Binnen sechs Monaten nach Inkrafttreten der Regel bräuchten Plattformen biometrische Daten wie Gesichtserkennung oder Fingerabdruck bei der Registrierung sowie eine biometrische Bestätigung bei jeder Anmeldung, vor jeder Sportwette über 500 US-Dollar und in Abständen von nicht weniger als 30 Minuten während der Anmeldung. Bestehende Konten ohne biometrische Daten würden 60 Tage nach Umsetzung durch die Plattform geschlossen.
  • Geräte: binnen 90 Tagen nur ein Gerät gleichzeitig und höchstens zwei mit einem Konto verknüpfte Geräte.

Spiel- und Wettdesign

Der Entwurf würde Online-Casinospiele verbieten, bei denen vom Start bis zum Ergebnis weniger als 15 Sekunden vergehen, und jede Autoplay-Funktion, die Einsätze ohne erneute Aktion wiederholt. Bei Sportwetten würde er Mikrowetten verbieten, die der Entwurf als Live-Propwetten auf „das Ergebnis eines Spielzugs oder einer Aktion“ während eines Ereignisses definiert (eigene Übersetzung), sowie Kombi-Propwetten auf mehrere Ausgänge desselben Sportereignisses.

Aus unserer Sicht zählt bei Online-Slots die 15-Sekunden-Regel so viel wie der Höchsteinsatz: In dieser Fassung würde der Entwurf nicht nur den Einsatz pro Runde, sondern auch das Spieltempo begrenzen.

Boni und Marketing

In Abschnitt 6006 geht es um Bonusangebote. In der vorliegenden Fassung dürften Anbieter und ihre Affiliates nicht:

  • Push-Benachrichtigungen oder SMS „im Zusammenhang mit der Aufforderung zu Wetten oder Einzahlungen“ senden (eigene Übersetzung);
  • KI, Vorhersageanalysen oder Verhaltensdaten nutzen, um Werbung oder Boni anhand von Verlusten, Verlustjagd, Spielintensität oder Anfälligkeit für Schäden auszurichten;
  • Werbung schalten, die eine erhöhte Auszahlung oder ein ähnliches Angebot enthält, „einschließlich einer Aussage mit den Wörtern ‚bonus,‘ ‚no sweat‘ oder ‚bonus bet‘ oder ähnlichen Wörtern oder Wendungen“ (eigene Übersetzung);
  • einen finanziellen Anreiz für die Kontoeröffnung oder eine Ersteinzahlung gewähren, und auch keinen Anreiz, der an eine Einzahlung auf ein bestehendes Konto gebunden ist;
  • ein Prämien-, Treue- oder VIP-Programm betreiben, das Spielenden einen Betreuer zuweist oder mehr Spiel, Einzahlungen, Verluste, Häufigkeit oder Dauer belohnt;
  • externe Vermarkter nach Zahl der Anmeldungen, Wettvolumen oder Wettausgang bezahlen.

Verbleibende Bonusangebote gingen nur an Spielende, die zustimmen, über die Plattform, per E-Mail oder Post, nie per Push-Benachrichtigung. Alle Bedingungen müssten sofort sichtbar sein, und nichts dürfte „gratis“ oder „risikofrei“ heißen, wenn eigenes Geld eingesetzt werden muss. Eine eigene Klausel verbietet Glücksspielwerbung von 8 bis 22 Uhr oder während Live-Übertragungen von Sportereignissen, ob im Radio, Fernsehen, in Apps oder im Internet.

Wir lesen das so: Die Klausel zu Anmelde- und Einzahlungsanreizen würde Bonusangebote in Pennsylvania stärker treffen als der Höchsteinsatz. In dieser Fassung wäre ein typisches Willkommenspaket gar nicht erlaubt, und für die verbleibenden Angebote gälten strenge Regeln, wo und wie sie gezeigt werden.

Finanziert würde das Vorhaben über eine Abgabe von 0,75 % der Bruttoerträge jedes Anbieters aus Online-Casino und Online-Sportwetten (§ 6007), die auf ein zweckgebundenes Konto im Compulsive and Problem Gambling Treatment Fund des Bundesstaats fließt.

Die Begleitentwürfe und der Zeitplan

Khan und Flick brachten am 21. Oktober zwei kleinere Entwürfe aus demselben Paket ein, beide ebenfalls an Gaming Oversight überwiesen. HB 2875 würde Kreditkarten für Online-Casinos, Sportwetten, Fantasy-Wettbewerbe und iLottery verbieten; das Rundschreiben der Antragsteller nennt ihn das Gegenstück zu SB 265 im Senat. HB 2874 würde Anbietern verbieten, Werbung, Aktionen oder Boni an Personen zu schicken, die im Selbstsperrprogramm Pennsylvanias eingetragen sind; das Rundschreiben ordnet ihn SB 266 zu.

Nach Angaben der Antragsteller beruht das Paket auf einer Studie des Bundesstaats vom Juli 2026. Ihre Mitteilung nennt zwei Ergebnisse daraus: 5,7 % der Online-Sportwettenden standen für 80 % der Glücksspielausgaben, und bei einem Sportwettenanbieter erzielten 0,5 % der Kunden über das VIP-Programm mehr als 70 % des Umsatzes. „Menschen sollten frei sein, gelegentlich eine Wette zu genießen“, sagte Khan in der Mitteilung. „Aber die Glücksspielbranche darf Sucht nicht für Profit ausnutzen“ (eigene Übersetzung).

Die Zeit ist knapp. Legal Sports Report schreibt, dass die Sitzungsperiode in Pennsylvania am 30. November endet und Entwürfe nicht ins Jahr 2027 übertragen werden. HB 2879 bräuchte also binnen weniger Wochen eine Ausschussanhörung und Abstimmungen in beiden Kammern, sonst beginnt alles in der nächsten Sitzungsperiode neu.

Ähnliche Ideen werden anderswo in den USA erprobt, von den vorgeschlagenen Schutzauslösern in New Jersey und dem geplanten KI-Werbeverbot in New York bis zu den Kongressbriefen zu VIP-Programmen und der Regel in Illinois zu Selbstsperre und Ausweiskontrollen.

Solche Limits sollen verhindern, dass Verluste aus dem Ruder laufen. Wenn sich Glücksspiel nicht mehr wie Unterhaltung anfühlt, nutzen Sie die Einzahlungs- und Verlustlimits Ihres Anbieters, Selbstsperren und Hilfsangebote vor Ort.