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Eine leere LED-Werbebande neben einem leeren, beleuchteten Sportplatz in der Abenddämmerung.

Regulierung · 4 Min.

Australiens Wettwerbeverbot kann auch Influencer treffen

Eine leere LED-Werbebande neben einem leeren, beleuchteten Sportplatz in der Abenddämmerung. · Bonusjungle illustration

Ab 1. Jänner 2027 darf Wettwerbung in Australien keine Sportler, Prominenten oder Influencer mehr zeigen. Laut neuen Leitlinien der Medienaufsicht ACMA gibt es keine Mindestzahl an Followern, ein Creator mit kleiner, aber treuer Nischen-Community kann also darunterfallen. Die Verantwortung trägt der lizenzierte Wettanbieter.

Ab 1. Jänner 2027 darf Wettwerbung in Australien keine „notable person“ mehr zeigen, also keine bekannte Persönlichkeit: keine Sportler, keine Prominenten, keine Social-Media-Influencer und keine anderen bekannten Personen. Am 19. Oktober hat die australische Medienaufsicht Australian Communications and Media Authority (ACMA) erste Leitlinien dazu veröffentlicht, wie sie diese Regel auslegen wird. Der Kern: Die Definition ist bewusst weit gefasst, und die Größe des Publikums allein entscheidet nicht, wer darunterfällt.

In Australien meint „Wagering“ Wetten auf Sport und Pferderennen. Online-Casinospiele sind dort kein lizenziertes Produkt, es geht also um Werbung für Sport- und Pferdewetten, nicht um Casinowerbung.

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Was die Regel besagt

Das Verbot steht in Section 62W des Interactive Gambling Act 2001, Teil des neuen Part 7C, den der Interactive Gambling Amendment (Gambling Reform) Act 2026 eingefügt hat. Das Parlament hat dieses Gesetz am 26. August 2026 beschlossen. Es gilt für Wettwerbung auf allen Plattformen, darunter Fernsehen, Radio, Nachrichtenseiten, Online-Spiele und soziale Medien.

Die Leitlinien der ACMA formulieren es so: Wettwerbung darf, „ob gesendet oder online bereitgestellt, keine bekannte Persönlichkeit zeigen“, und lizenzierte Anbieter dürfen „keine Verträge oder Vereinbarungen schließen und zu keiner Absprache kommen“, damit eine bekannte Persönlichkeit an der Bewerbung von Wettwerbung in Australien mitwirkt (unsere Übersetzung).

Als bekannte Persönlichkeit gilt, wer jetzt oder früher:

  • Profisportler oder Athlet ist,
  • prominent ist,
  • Social-Media-Influencer ist,
  • eine bekannte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens ist,
  • oder zu einer Gruppe gehört, die der Kommunikationsminister später hinzufügt.

Die ACMA nennt die Definition „bewusst weit“. Die Reform soll „verletzliche Australier, besonders Kinder und junge Menschen“ schützen, doch die Definition beschränkt sich nicht auf Personen, die Kinder ansprechen: Laut ACMA sprechen bekannte Persönlichkeiten wohl auch „Menschen mit einem Risiko für glücksspielbedingte Schäden sowie wachsende Gruppen im Online-Wettmarkt, etwa jüngere Männer“ an (unsere Übersetzung).

Auch kleine Influencer können darunterfallen

In den Leitlinien heißt es, „es gibt keine vorgeschriebene Zahl an Followern oder Abonnenten, die eine Person haben muss, um als Influencer zu gelten“ (unsere Übersetzung). Die ACMA schaut auf öffentliche Bekanntheit, Medienpräsenz, berufliche Erfolge und die Fähigkeit, andere zu beeinflussen. Bekanntheit innerhalb einer bestimmten Community oder Zielgruppe kann reichen.

Ein hypothetisches Beispiel in den Leitlinien ist „Person Q“: ein junger Content-Creator mit „weniger als 10k Followern“, dessen Kommentare und Tipps zu einer Nischen-Liga im E-Sport regelmäßig von Fans und in E-Sport-Foren geteilt werden. Laut ACMA „kann Person Q dennoch als bekannte Persönlichkeit gelten, wegen ihrer Bekanntheit und Anerkennung innerhalb einer bestimmten Zielgruppe“ (unsere Übersetzung).

Die Leitlinien erfassen auch Personen, die als Figur auftreten, wenn der Wettanbieter von ihrem Wiedererkennungswert profitieren will. Ein gewöhnlicher Schauspieler ohne echtes öffentliches Profil fällt eher nicht darunter.

Das Risiko trägt der Wettanbieter

Die Pflicht liegt beim lizenzierten Wettanbieter, nicht bei der Person in der Werbung. Durchsetzungsmaßnahmen und Strafen würden den Anbieter treffen, auch wenn eine Werbeagentur die Inhalte gemacht hat.

Der Status kann sich auch während einer Kampagne ändern. Das Beispiel der ACMA ist ein unbekannter Schauspieler, der mit einer Hauptrolle in einer Erfolgsserie berühmt wird. Der ursprüngliche Vertrag war vielleicht in Ordnung, doch sobald die Person bekannt ist, muss der Anbieter „alle zumutbar verfügbaren Schritte“ setzen, um die Werbung zurückzuziehen. Nach dem Gesetz ist jede weitere Ausstrahlung oder Online-Veröffentlichung einer solchen Werbung ein eigener Verstoß. Die ACMA will Fälle einzeln prüfen und mit „Hausverstand“ vorgehen (unsere Übersetzung).

Die Ausnahmen

Es gibt eine enge Ausnahme für Werbung, die sich ausschließlich oder überwiegend auf Pferderennen bezieht und in einem eigenen Pferderennprogramm, -sender oder -onlinedienst läuft. Beide Bedingungen müssen erfüllt sein.

Außerdem verbietet die Reform Wettwerbung auf Sporttrikots und an Austragungsorten während Live-Sportveranstaltungen. Nach Übergangsregeln gilt dieses Trikot- und Austragungsort-Verbot bis 31. Dezember 2031 nicht für Werbung aus Verträgen oder Vereinbarungen, die vor der Einbringung des Gesetzes am 2. Juli 2026 geschlossen wurden. Laut ACMA kann eine bekannte Persönlichkeit unter einem solchen Vertrag also weiter mit Wettwerbung auf dem Trikot zu sehen sein. Der Bestandsschutz gilt nur für Trikots und Austragungsorte, nicht für das Verbot bekannter Persönlichkeiten in Werbung.

Warum es um mehr als Fernsehen geht

Die Leitlinien nennen Content-Creator, Vlogger, Podcaster und Markenbotschafter unter den Personen, die Social-Media-Influencer sein können. Ein Wettanbieter kann nicht mehr davon ausgehen, dass ein kleiner Creator sicher ist, nur weil er wenige Follower hat. Die ACMA hat angekündigt, dass förmlichere Leitlinien folgen könnten.

Das Verbot bekannter Persönlichkeiten ist ein Teil des größeren Reformpakets, über das wir in Australiens Werbe- und Rotflaggen-Reformen berichtet haben. Zu anderen Maßnahmen der ACMA siehe die BetStop-Strafe gegen Dabble, und für einen europäischen Blick auf Influencer Griechenlands Anzeigen gegen 18 Influencer.

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