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Die Uferpromenade von Philipsburg an der Great Bay auf Sint Maarten, mit Boardwalk und Booten in der Bucht.

Regulierung · 4 Min.

Sint Maarten will Offshore-Glücksspielgesetz abschaffen

Die Uferpromenade von Philipsburg an der Great Bay auf Sint Maarten, mit Boardwalk und Booten in der Bucht. · Bonusjungle illustration

Sint Maarten hat den Entwurf eines Glücksspielgesetzes bis zum 4. Dezember zur öffentlichen Konsultation gestellt. Er sieht eine unabhängige Glücksspielbehörde und Lizenzen für Casinos und Lotterien vor und würde die Offshore-Glücksspielverordnung aufheben. Online-Glücksspiel bleibt späteren Regeln vorbehalten. In Kraft ist noch nichts.

Sint Maarten hat den Entwurf eines Glücksspielgesetzes veröffentlicht, der eine unabhängige Aufsicht für Casinos und Lotterien schaffen und die Verordnung aufheben würde, nach der die Regierung Glücksspiel für den internationalen Markt lizenzieren kann. Online-Glücksspiel deckt der Entwurf nicht ab: Er hält dafür lediglich einen leeren Abschnitt für mögliche spätere Regeln frei. Es handelt sich um einen Konsultationsentwurf vom 23. Oktober 2026. Nichts davon ist in Kraft.

Der Entwurf der Glücksspielverordnung, auf Niederländisch Kansspelenverordening, stammt vom Minister für Tourismus, Wirtschaft, Verkehr und Telekommunikation (TEATT) von Sint Maarten, einem karibischen Land innerhalb des Königreichs der Niederlande. Die öffentliche Konsultation läuft vom 26. Oktober bis zum 4. Dezember 2026. Stellung nehmen kann jeder, auf Englisch oder Niederländisch, über das Formular auf der Konsultationsseite der Glücksspielbehörde oder per E-Mail an consultatie@gamblingauthority.sx. Zwischen dem 6. und dem 12. November sind sieben gezielte Gesprächsrunden mit Interessengruppen geplant.

Die offiziellen Dokumente sind auf Niederländisch, der Gesetzgebungssprache von Sint Maarten. Englische Fassungen gibt es ebenfalls, doch es sind KI-Übersetzungen; bei Abweichungen gilt der niederländische Text.

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Die Offshore-Verordnung soll wegfallen

Artikel 79 des Entwurfs nennt fünf Gesetze, die aufgehoben werden sollen. Vier davon sind ältere Gesetze zu Casinos und Glücksspielen, zur Glücksspiel-Lizenzabgabe und zu Lotterien. Das fünfte, Buchstabe e, ist die Landsverordening buitengaatse hazardspelen, sinngemäß die Verordnung über Offshore-Glücksspiele. So lautet der Kurztitel der Landesverordnung, nach der der TEATT-Minister den Betrieb von Glücksspielen „auf dem internationalen Markt mittels Servicelinien-Diensten“ (unsere Übersetzung) lizenzieren kann, und zwar nur für in Sint Maarten ansässige juristische Personen.

Einen Termin für diese Aufhebung nennt der Entwurf nicht. In der Begründung (Memorie van Toelichting) heißt es, bei der Festlegung des Zeitpunkts für Buchstabe e werde „etwaig noch bestehendes lizenziertes Angebot und die dafür nötigen Übergangsbestimmungen berücksichtigt“ (unsere Übersetzung). Weitere Einzelheiten nennt sie nicht.

Online-Glücksspiel kommt später

Der Entwurf reserviert einen Abschnitt, § 3.4 mit dem Titel kansspelen op internet (Glücksspiele im Internet), und lässt ihn leer. Laut Begründung wird Online-Glücksspiel mit diesem Vorschlag vorerst nicht reguliert. Die Regierung will zunächst weitere Politikarbeit leisten und prüfen lassen, wie sich Regeln durchsetzen und umsetzen ließen.

Die Begründung verweist auf die gegenseitige Evaluierung Sint Maartens durch die Caribbean Financial Action Task Force (CFATF) vom Juli 2025, die Mängel im System gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung festgestellt hat, und hält fest, dass ein Lizenzsystem für Online-Glücksspiel zuerst angemessene Schutzvorkehrungen bräuchte. Außerdem zitiert sie eine Kurzanalyse von Regulus Partners vom Juli 2025 im Auftrag von Sint Maarten. Darin wird der heimische Online-Markt als undurchsichtig beschrieben und auf „mindestens 1,2 Mio. US-Dollar Jahresumsatz“ (unsere Übersetzung) geschätzt, getragen von rund 5 % der erwachsenen Bevölkerung.

Zusammengenommen würde der Entwurf die alte Offshore-Verordnung zu einem noch offenen Termin aufheben und selbst noch keine Lizenzregeln für Online-Glücksspiel enthalten. Aus unserer Sicht ist der Zeitpunkt dieser Aufhebung und etwaiger späterer Online-Regeln der Punkt, den man bei dieser Konsultation im Blick behalten sollte.

Was der Entwurf regelt

Im Kern geht es um landbasiertes Glücksspiel und eine neue Aufsicht:

  • Eine unabhängige Glücksspielbehörde von Sint Maarten würde Lizenzen erteilen, die Aufsicht führen und Regeln durchsetzen, auch bei Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
  • Lizenzen gäbe es nur für in Sint Maarten ansässige juristische Personen mit einem Konto bei einer dort ansässigen Bank. Eine Lizenz würde höchstens fünf Jahre gelten und könnte verlängert werden.
  • Casinos bekämen eine Casino-A-Lizenz, wenn das Unternehmen auch eine Hotellizenz hat, sonst eine Casino-B-Lizenz. Lotteriebetreiber bräuchten eine Lizenz, und jede Verkaufsstelle bräuchte eine eigene Genehmigung.
  • Lizenzinhaber würden eine Aufsichtsgebühr zahlen; die Beträge sollen in eigenen Vorschriften festgelegt werden.
  • Spieler könnten sich über ein zentrales Register für mindestens sechs Monate selbst von Casinos sperren lassen, und unter 18-Jährige dürften nicht an reguliertem Glücksspiel teilnehmen.
  • Vereine mit gemeinnützigem Zweck könnten kleine Gemeinschaftsspiele wie Bingo ohne Lizenz veranstalten, mit Preisen von höchstens 5.000 Cg pro Veranstaltung.

Wie andere Aufsichtsbehörden, etwa die GSC der Isle of Man, würde die neue Behörde ein öffentliches Register der Lizenzinhaber auf ihrer Website führen.

Wie es weitergeht

Bestehende Casino- und Lotterie-Lizenzinhaber hätten nach Inkrafttreten der entsprechenden Bestimmungen sechs Monate Zeit, eine neue Lizenz zu beantragen; bis zur Entscheidung über ihren Antrag gälten für sie die alten Regeln weiter. Gewinne aus lizenzierten Spielen blieben rechtlich einklagbar.

Nach der Konsultation will die Regierung die Stellungnahmen auswerten. Der überarbeitete Entwurf ginge dann zur Stellungnahme an den Sozial- und Wirtschaftsrat (SER), an den Ministerrat und den Beirat (Raad van Advies) und schließlich an das Parlament, das darüber abstimmt. Wird die Verordnung angenommen, tritt sie zu einem per Landesbeschluss festgelegten Zeitpunkt in Kraft, möglicherweise in Etappen.

Auch anderswo in der Region wird die Lizenzierung umgebaut. Curaçaos Aufsicht legt ihr gehacktes Lizenzportal still, die Regierung der Komoren hat Lizenzen aus Anjouan für unzulässig erklärt, und Trinidad und Tobago hat eine Verordnung zum Fernglücksspiel verabschiedet.